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Jeder kennt die leidige Suche nach Geschenke. Muttertag, Geburtstag, Weihnachten, und wo kein Feiertag das Schenken uns aufdiktiert, da erfindet die Werbeindustrie neue Anlässe. Nur was schenkt man, wenn jemand schon alles hat? Vor einigen Jahren kamen ein paar pfiffige Menschen auf die Idee, den Mond Stück für Stück zu verkaufen. Im Grunde genommen ist die Verkaufsstrategie geradezu genial. Man meldet beim Grundstücksamt in einer Stadt seine Besitzansprüche auf den Mond an, und wenn innerhalb der vorgegebenen Fristen niemand Widerspruch einlegt, bzw. kein älterer Anspruch schon vorliegt, kann man ihn Stück für Stück veräussern. Wer sich sein Traumgrundstück auf dem Mond erwirbt erhält von den Verkäufern, die heute am Markt sind, eine Urkunde, die ihm bescheinigt, dass er Besitzer eines Grundstückes auf dem Mond ist, und die genauen Ausmaße und die Koordinaten ausführt. Anfangs als netter Gag gedacht, begann die Verkaufsidee zu boomen. Rechtlich Gesehen ist der Mond nämlich Niemandsland. Kein Staat kann, laut Weltraumvertrag von 1967, Anspruch auf den Erdtrabanten erheben. Anders sieht es da bei Firmen und Privatpersonen aus, da sie durch eine Lücke im Gesetzestext nicht vom Weltraumvertrag eingeschlossen werden. In Amerika hat deshalb ein Herr Hope in San Francisco seine Besitzansprüche am Mond angemeldet und verkauft heute über seine, eigens dafür gegründete Firma Mondgrundstücke. In Deutschland besitzt ein Herr aus Westerkappeln die älteste Schenkungsurkunde, die besagt, dass seiner Familie die Rechte am Mond von König Friedrich dem Großen von Preußen übereignet worden sind. Unter diesen Aspekten dürfe es interessant werden, was passiert, wenn der Mond bewohnbar gemacht wird. Wie viele Streitfälle über den Besitz einzelner Mondgrundstücke wird es dann wohl geben, und vor allem, nach welchen gesetzlichen Grundlagen entscheiden dann die Richter? Oder tritt dann eine neue Regelung in Kraft, die alle Mondeigentümer enteignet und damit die liebevoll erstandenen und verschenkten Urkunden wertlos macht? Egal wie sich die Zukunft unseres nächtlichen Begleiters auch entwickelt, es ist und bleibt ein ausgefallenes Geschenk, für ganz besondere Menschen.
Name: Angela Roth E-Mail: spam@frischeblog.de
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