Den mechanischen Kuckuck gab es schon Mitte des 17. Jahrhunderts. Im Schwarzwald tauchten dann die Kuckucksuhren das erste Mal auf. Die Kuckucksuhr war in Häuschen eingebaut, welche eine geschnitzte Vorderseite besaßen. Erstmals erwähnt wurde eine Kuckucksuhr 1629 vom Augsburger Patrizier Phillips Hainhofer während einer Dresden Reise. Diese Kuckucksuhr gehörte dem Kurfürst August von Sachsen. Im Jahre 1650 wurde eine solche Uhr von Athanasius Kirchner einem Musikhandbuch beschrieben, welche verschiedene Figurenautomaten aufwies. Darunter befand sich auch eine mechanische Kuckuckfigur. Dieser Kuckuck bewegte die Flügel und seine Schwanzspitze und öffnete seinen Schnabel. Zugleich ertönte auch ein Kuckucksruf. Dieser wurde von zwei Orgelpfeifen erzeugt. Gestimmt waren diese auf eine kleine oder eine große Terz. Von Domenico Martinelli kam in seinem Buch Horologi Elementari der Vorschlag, den Kuckucksruf zur Anzeige der vollen Stunde zu verwenden. Seitdem war der Mechanismus für solche Uhren, für die Kuckucksuhren bekannt. Umstritten ist die Frage der Konstruktion der ersten Kuckucksuhr. 1810 behauptete Markus Fidelis Jäck, dass die ersten Kuckucksuhren Anfang der 1730 er Jahre von Franz Anton Ketterer gefertigt wurden. In der Geschichte der Schwarzwälder Uhrmacherkunst aus dem Jahre 1796 behauptete Michael Dilger, dass für den Beginn der Kuckucksuhren Matthäus Hummel verantwortlich war im Jahre 1742. Wolfgang Altendorf stützte sich auf den Vater Franz Ketterers als Erfinder der Kuckucksuhr. Auf Lackuhren sowie auch in Rahmenuhren fand sich der Kuckuck im 19. Jahrhundert wieder. Danach verdrängten andere Formen diese Uhren in wenigen Jahren vom Markt. Weitere Hersteller von Kuckucksuhren waren Andreas und Christian Herr. Sie betrieben die Kuckucksuhrherstellung in einem kleinen Bauernhaus im Schwarzwald, naheTriberg. Die Familie Weisser gründete 1889 durch Ernst Weisser ein Unternehmen zur Herstellung solcher Uhren. Einen Wettbewerb berief 1850 Robert Gerwig ein. Er war der Direktor der Großherzoglich Badischen Uhrmacherschule in Furtwangen für ein zeitgemäßes Uhrendesign. Friedrich Eisendohr lieferte den folgenreichsten Entwurf ab. Mit einem Zifferblatt versah dieser die Fassade eines Bauernhäuschens. Dies war das Uhrbild der heutigen Kuckucksuhr. Die Bahnhäusleuhr entfernte sich um 1860 deutlich von ihrer ursprünglichen und strengen Form.
Name: Susan Mueller
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