Die Bezeichnung Integrated Services Digital Network (ISDN) ist ein Backronym für "Integriertes Sprach- und Datennetz", da die englische Bezeichnung als werbewirksamer angesehen wurde. Das ist in diesem Fall umso erstaunlicher, als die deutsche Bezeichnung deutlich weniger holprig klingt.
Das digitale Datennetz ISDN konnte auch Telefongespräche bzw. Sprache in Datenpaketen zerlegen und übertragen. 1979 entschloss sich die Deutsche Bundespost alle Ortsvermittlungsstellen zu digitalisieren, womit sie im europäischen Vergleich die Vorreiterrolle übernahm, die Deutschland bis zum heutigen Tage zementiert hat. Vor 1979 war es noch notwendig die analogen Datenwege mechanisch umzustellen um z.B. Telefongespräche aufs Datex-Netz (Datenübertragendes Netz) zu übertragen. Beim ISDN Telefon werden die Sprachsignale mit einer Abtastrate von 8kHz digitalisiert und zu 8 Bit pro Abtastwert codiert. Die Datengeschwindigkeit von ISDN beläuft sich also auf 64kbit/s in einem Frequenzbereich von 300 bis 3400 Hz.
Das ISDN Telefon unterscheidet sich gegenüber dem analogen Gerät primär in der komplett digitalen Übertragung des Telefongespräches. Des Weiteren besteht bei ISDN aufgrund zwei vorhandener Kanäle die Möglichkeit zu telefonieren und gleichzeitig im Internet zu surfen. Für ISDN Telefon können bis zu 10 Rufnummern vergeben werden, die beliebig auf ISDN Telefone verteilt werden können.
Ein weiterer Vorteil ist die Qualitätsverbesserung, die auf der rein digital ablaufenden Übertragung basiert. Beim analogen Telefonnetz wird das Signal verstärkt und nicht dupliziert, sodass auch Rauschen und Fremdspannungen ins Telefonat eingespeist werden.
Der einzige Nachteil beim ISDN Telefon besteht darin, dass dieses permanent mit einer externen Stromquelle versorgt werden muss. Digitale Telefonie braucht ergo deutlich mehr Strom als die analoge. Seit es DSL gibt, ist das Interesse an analogen Anschlüssen wieder deutlich gestiegen.